Was ist denn ein Kleinstgarten?

windeEin Kleinstgarten ist kleiner als ein Kleingarten. Soweit ist das wohl schon mal klar. Wenn man so will, ist ein Kleinstgarten die kleinste denkbare Ansammlung von Pflanzen die in ihrer Gesamtheit noch den Eindruck eines Gartens vermittelt. Natürlich wirft das die Frage nach dem, was eine Pflanzenanhäufung zum Garten macht, auf. Letztlich bleibt dies wohl dem Betrachter überlassen.

Sicherlich sind viele Realisierungen eines Kleinstgartens denkbar. Beim hier dokumentierten Exemplar handelt es sich um zwei, je sieben Quadratmeter große Terassen im 4. und 5. Stockwerk eines Mehrfamilienhauses in Chemnitz (Sachsen). So ein Kleinstgarten ist natürlich nicht nur Garten, sondern auch Lebensraum, für den Kleinstgärtner, Freunde und Besucher sowie selbstredend auch für eine größere Zahl kleinerer Lebewesen.

sempervivum_schaleDurch die Einbettung in eine innerstädtische Lage geniesst der Kleinstgarten ein deutlich milderes Klima als es das Erzgebirgsumfeld vermuten lässt. Beide Terassen sind nach Norden ausgerichtet und nur in den Sommermonaten bekommen Teile der Terassen vollen Sonnenschein.  Durch die exponierte Lage sind beide Terassen Wind und Regen in vollem Umfang ausgesetzt, es existieren kaum geschützte Bereiche.

Die Pflanzen des Kleinstgartens werden überwiegend in Töpfen und Kübeln gehalten, lediglich auf der oberen Terasse wachsen einige Steingartengewächse „wild“ in Ritzen und im Kiesbett. Während der größte Teil der Töpfe und Kübel im Haus überwintern muss, bleiben einige große Plastikkübel mit ausdauernden Pflanzen auch im Winter ohnen nennenswerten Schutz draußen. Daneben gibt  es natürlich noch eine  größere Zahl Einjähriger, die teils vorkultiviert werden, sofern sie sich nicht ohnehin selbst ausgesät haben. Dank der guten Beziehungen zu Hans-Peter Bethke vom Pfarrgarten Saxdorf finden auch immer wieder neue Raritäten den Weg in den Kleinstgarten.
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Der Kleinstgarten entsteht ständig neu, Pflanzen werden größer, manche verschwinden, neue kommen hinzu, ihre Beziehung zueinander ändert sich, ein ständiges Werden. Von Woche zu Woche bieten sich dem Betrachter so neue Impressionen.

Gärtnern im Kleinstgarten heisst vor allem Beschränkung, Verzicht, aber auch Auswahl. Manches gedeiht nicht und immer fehlt es am Platz. Spätestens beim alljährlichen Einräumen ins Winterquartier fragt man sich, was der ganze Irrsinn soll – aber auf wundersame Weise findet dann doch alles Platz.

Nicht zuletzt sind Kleinstgärten in aller denkbaren Vielfalt ein wichtiger Bestandteil urbaner Lebenswelten. Deshalb soll kleinstgarten.de Gestaltungsmöglichkeiten jenseits von Geranie und Co aufzeigen.

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